Bürgermeisterwahl Mettmann


Gute Chancen für Familien – was ich für junge Familien, Jugendliche und Kinder tun möchte

Bei nahezu jedem Gespräch, das ich in den vergangenen Wochen unterwegs in Mettmann geführt habe, landete das Thema „Familie“ auf dem Tisch. Wobei Corona eigentlich nur der aktuelle Aufhänger war. Die wichtigsten Probleme, die an mich herangetragen wurden, beschäftigen unsere Familien, wie ich aus eigener Anschauung weiß, schon viel länger – ich möchte diese als Bürgermeisterin in Mettmann auf jeden Fall angehen.


Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Damals mit drei kleinen Kindern in der Nähe von Hamburg war es kompliziert wieder in den Job einzusteigen. Unser Sohn hatte vormittags einen Kindergarten-Platz, unsere Tochter nachmittags. Die Kleine war bei der Tagesmutter … Das mit einer Anstellung zu verbinden, einen passenden Arbeitgeber zu finden – sehr schwierig. Entweder Arbeitsstelle oder Familie, das ist eine Entscheidung, die heute niemand mehr treffen sollte.


Mehr Betreuungsmöglichkeiten

Heute gibt es den U3 Anspruch auf Kinderbetreuung und die KITAs haben fast 10 Stunden täglich geöffnet. Damit ist für berufstätige Eltern viel mehr möglich. 

 

Auch in den Grundschulen ist eine verlässliche und fachlich qualifizierte Nachmittagsbetreuung (OGS) für die Familien wichtig. Ich möchte die positiven Veränderungen, die in den vergangenen Jahren bei den Kindergärten gestartet wurden, auch in die Grundschule weitertragen. Ab 2025 gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in der OGS und das ist auch gut so. Wir benötigen in Mettmann eine Ausweitung der Anzahl der Betreuungsplätze und deutliche Verbesserungen in der räumlichen Unterbringung.



Chancen verbessern

Unsere Schullandschaft steht seit Jahren in der Diskussion. Eine Gesamtschule würde allen Mettmanner Kindern die Möglichkeit bieten, an ihrem Wohnort zur Schule zu gehen. Die große Durchlässigkeit bietet zudem eine Chancengleichheit unabhängig des Elternhauses. Hier sehe ich persönlich große Vorteile. Die Elternbefragung zur Gesamtschule erfolgt Ende September. Der Elternwille wird entscheiden, ob wir das Projekt für Mettmann weiterverfolgen. 

 

Den Sanierungsstau an den bestehenden Gebäuden der Grundschulen wie weiterführenden Schulen müssen wir aktiv und umfangreich angehen. Es fehlt an Fachräumen, an zusätzlichen Räumen für zeitgerechtes Lernen und an digitaler Ausstattung. Dies wurde besonders auch in den Corona-Monaten deutlich. Die digitale Ausstattung der Schulen muss nun vorrangig umgesetzt werden. Wir benötigen jedoch auch eine verlässliche und professionelle Betreuung dieser Systeme. Lernen erfordert ein positives Umfeld, in dem die Kinder sich auch wohlfühlen. Toiletten mit Infektionsgefahr sind hier fehl am Platz.

 

> Schulwegsicherheit < ist auch ein großes Thema: Ich möchte mich dafür einsetzen, dass unsere Kinder sicher zu ihren Schulen gelangen, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus … Damit Eltern ein gutes Gefühl haben, ihr Kind aus dem Haus zu lassen. Das macht Kinder stärker, selbstbewusster und selbstständiger auf dem Weg zur Schule und nachmittags auf dem Weg zu Freunden oder in der Freizeit. Eltern-Taxis möchte ich gerne durch weitere Kiss-GoodBye Haltestellen ersetzen.


Mehr Nähe und Teilhabe

Um ein Kind zu erziehen, benötigt es ein ganzes Dorf, sagt man in Afrika. Und da kann ich nur zustimmen.

 

Frühe Hilfen für Familien sind wichtig, um schon von Anfang an am Ball zu sein. Präventiv werden Eltern und Kindern begleitet und Hilfestellung geleistet. Hierfür brauchen wir ein starkes Netzwerk mit allen Akteuren rund um die Familie und das Kindeswohl - eben das ganze Dorf. Von der Hebamme und Therapeuten über Schulsozialarbeit und Streetwork bis hin zu Vereinen und vielen weiteren Anlaufstellen für Kinder und Eltern: unkompliziert, schnell und gemeinsam!

 

Ich möchte dafür sorgen, dass unsere Familien auch durch die Teilhabe an Bildungs-, Kultur und Sportangeboten stärker werden. D.h. wir müssen bürokratische und sprachliche Hürden abbauen, Zugänge erleichtern und über vorhandene Möglichkeiten verstärkt informieren. Wie zum Beispiel in Hamm … Die YouCardHamm ist eine tolle Idee, um Kinder aus sozial schwachen Familien unbürokratisch mitzunehmen.

 

In Mettmann leben über 1000 Kindern unter der Armutsgrenze. Eine Zahl, die mich immer wieder erschreckt. Der Kinderschutzbund und viele ehrenamtliche Kräfte leisten bereits tolle Arbeit, um die Kinder zu unterstützen. Hier darf die Förderung in Zukunft nicht nachlassen, um die Chancen der Kinder und Jugendlichen zu verbessern. Gerade jetzt in Zeiten von Homeschooling in Verbindung mit fehlenden digitalen Endgeräten, Internetanschlüssen und wenig häuslicher Förderung, brauchen diese Kinder unsere Aufmerksamkeit.

 

Doch was bedeutet Teilhabe eigentlich für Jugendliche? Entsprechen die vorhandenen Freizeitmöglichkeiten und Treffpunkte den Vorstellungen der Jugend? Was bedeutet es heute in Mettmann heranzuwachsen? Diese Fragen möchte ich mit den Jugendlichen gerne direkt klären und sie auf dem Weg der Umsetzung von Projekten auch aktiv mit einbeziehen.

 

Eltern von Kleinkindern, die ich in den letzten Wochen gesprochen habe, wünschen sich gepflegte und intakte Spielplätze für jedes Alter. Manchmal ärgern sie sich über Müll und Scherben, die von anderen Nutzern zurückgelassen werden. Das ist unbedacht und rücksichtslos, da stimme ich den Eltern zu. Bestimmt sind hier der Einsatz der Streetworker und auch vermehrte Kontrolle hilfreich. Eine Art Indoor-Spiel-Platz fehlt in Mettmann. Da sind sich die Anwesenden einig. Was denken Sie?

 

Ich freue mich darauf, gemeinsam mit Ihnen über den Tellerrand zu schauen, um die Chancen unserer Familien weiter zu verbessern und unser Mettmann noch lebenswerter zu machen > siehe meine WEGE <.

 

Ihre