Bürgermeisterwahl Mettmann


Gemeinsam und gestärkt aus der Misere – wie ich Mettmanns wirtschaftliche Probleme angehen möchte

Schwierig. Um nicht zu sagen, sehr schwierig. Mettmanns finanzielle Lage liegt seit Jahren im Argen, die wirtschaftlichen Probleme in der Stadt gehören zu den größten Herausforderungen, denen ich mich als Bürgermeisterin stellen werde.  Dazu benötige ich Mitstreiter*innen, alleine schaffe ich das nicht. Gelernte Bankkauffrau, Fachwirtin, Geschäftsführerin mit einem Faible für schwarze Zahlen hin oder her – Mettmanns Finanzen werden wir nur im Team in den Griff bekommen.


Kreative Lösungen für Finanzprobleme

Wir sind in Mettmann seit Jahren klamm. Wir leisten uns einen schlechten Haushalt und sind so sehr in die finanzielle Schieflage geraten, dass wir mit einem Haushaltssicherungskonzept bis 2016 unter die Aufsicht das Kreises gekommen sind. Damit sind zwar alle Handlungsspielräume futsch, aber zeitgleich kann man auch einen Teil der Verantwortung abgeben. „Die werden das schon richten.“

 

Das sehe ich anders. Mag Mettmann aktuell auch einen ungedeckten Haushalt haben und sind momentan auch noch keine Strategien zu erkennen, wie wir da rauskommen – so möchte ich hier in Zukunft anders agieren.

 

Kreative Lösungen müssen her …

 

Klar ist: Wir brauchen clevere Modelle, um die für Mettmann wichtigen Projekte umsetzen zu können – um an Geld zu kommen, das dann z.B. der Kinderbetreuung in den Kitas, der Ausstattung der Schulen, dem Betrieb der Sportstätten zu Gute kommt. Auch die vielen freiwilligen Leistungen der Stadt für das soziale und gesellschaftliche Leben – Streetwork, frühe Hilfen, Zuschüsse für Vereine und Initiativen aus Kultur, Kunst und Sport – sind ohne die entsprechenden Mittel nicht leistbar. Ohne diese Gelder würde Mettmann spürbar ärmer werden.

 

Diese cleveren Modelle und kreativen Lösungen werden wir nur finden, wenn es uns gelingt, ideenreich und zukunftsorientierte Menschen an einen Tisch zu bekommen. An den, wie ich es nennen möchte, Kompetenztisch.


Ohne Berührungsängste am Kompetenztisch

An diesen Kompetenztisch gehören für mich viele unterschiedliche Menschen, die ich als Bürgermeisterin zusammenbringen möchte. Nur so können ohne Scheuklappen und Berührungsängste die finanziellen Probleme angepackt werden.  

 

Eine vertrauensvolle Atmosphäre möchte ich schaffen, so dass von den Experten der Verwaltung, über engagierte Bürger*innen mit dem gewissen Know-how bis zu Unternehmern aus Mettmann eine breite Basis an Kompetenz entsteht. Querdenker sind ausdrücklich willkommen. Wir müssen alle Hüte in den Ring werfen, denn es geht nicht um Einzelinteressen, sondern es geht um Mettmann.

 

Und ich mit meiner Vorliebe für schwarze Zahlen und – ja, der Freude am Rechnen – werde meine gesammelten Erfahrungen in der erfolgreichen Steuerung einer Organisation auch durch wirtschaftlich raue See einbringen.


Zusammenarbeit mit unseren Unternehmen

„Noch sind Sie zwar nicht in Amt und Würden – aber dennoch: es ist das erste Mal, dass uns jemals eine Bürgermeisterkandidatin besucht.“ – Ich freue mich sehr, dass meine Idee, in ausgewählte Unternehmen in Mettmann zu gehen, so gut ankam. Denn die enge Zusammenarbeit mit Unternehmer*innen und Unternehmen vor Ort liegt mir mit Blick auf unsere Wirtschaftslage am Herzen.

 

Die Zusammenarbeit mit unseren Unternehmen wird mir ein zentrales Anliegen im Rathaus sein, denn dort sitzen die Experten vor Ort, wenn es um die lokale Wirtschaft geht. Die können uns sagen, was sie brauchen, wo sie Not leiden, und welche Ideen sie haben, die auch der Stadt dienlich sein könnten. Ich denke hier an einen regelmäßigen Austausch. Außerdem bin ich neugierig, was wir in Mettmann alles produzieren. Ich möchte das verstehen – und auch wissen, wohin in die Welt Waren und Dienstleistungen aus Mettmann gehen. Und mich begeistert und macht stolz, dass aus Mettmann so herausragende Dinge kommen, wie zum Beispiel die für ihr Design preisgekrönte Mono-Teekanne.


Was wir in Mettmann brauchen

Die Finanzen der Kommunen sind generell sehr angespannt. Das Thema ist auch nicht unabhängig von Kreis, Land und Bund anzupacken. Es gibt viele Aufgaben, die Mettmann übernehmen muss, ohne dass wir hier wirklich die Wahl hätten. Wobei viele Aufgaben mehr als sinnvoll sind. Ja, so notwendig und zukunftsweisend wie der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Schließlich möchte ich unbedingt, dass Mettmann für junge Familien noch attraktiver wird. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss auch machbar sein.

 

Aber dennoch: ich finde, wer bestellt, sollte auch zahlen. Über dieses Konnexitätsprinzip möchte ich mich in meiner Amtszeit gerne mit Land und Bund austauschen. Noch ein schwieriges Thema. Auch weil Mettmann weniger mit Gewerbeflächen als mit einem fantastischen Grüngürtel gesegnet ist. Und diesen Grüngürtel möchte ich erhalten, fördern. Brachliegende Flächen müssen vorrangig in den Fokus einer Nachnutzung rücken.

 

Wie attraktiv dieser uns als Wohnstadt macht, wird mir immer bewusster. Viele Menschen arbeiten in den Gewerbegebieten unserer Nachbarstädte und pendeln ins grüne Mettmann. Der Grüngürtel bringt uns nur leider keine Gewerbesteuer. Ich kann mir gut vorstellen, dass am Kompetenztisch auch einmal die Frage gestellt werden wird: „Welchen Wert hat unser Grüngürtel?“

 

Weitere Fragen, die sicherlich gestellt werden, sind aus meiner Sicht: 

 

„Sind Public Private Partnership-Programme für Mettmann eine sinnvolle Möglichkeit?“

Wo könnten wir als öffentliche Hand Kooperationen mit Unternehmen eingehen – und was würde uns das bringen? In anderen Städten sind z.B. Schwimmbäder nicht mehr in öffentlicher Hand, das Gebäude ist zwar städtisch, der Betrieb aber in privater Hand. Ich finde, das Modell hat was.

 

„Müssen wir das alleine stemmen?“

Welche Aufgaben gibt es, die bislang Mettmann allein stemmt, die aber auch in Zusammenarbeit mit unseren Nachbarstädten angegangen werden könnten? Braucht Mettmann eine eigene IT-Abteilung, einen eigenen Baubetriebshof oder können wir Partner für interkommunale Zusammenarbeit finden? Hier hilft nur ein Austausch mit allen Beteiligten ohne Scheuklappen.

 

„Wie können wir produktive Wirtschaftsförderung betreiben?“

Das Team der Wirtschaftsförderung muss zu den zentralen Gestaltern im Rathaus werden, dafür brauchen die Beteiligten alle Informationen und auch den Gestaltungsspielraum. Ich sehe mich hier in der Pflicht, denn die Unternehmen brauchen eine gute Betreuung, und ich agiere auch hier gerne als Teil des Netzwerkes.

 

„Sind Investorenmodelle nicht spannend?“

Auf jeden Fall. Und ich bin mir sicher, dass es sinnvoll ist, so ein Projekt wie die Stadthalle mit Investoren zu realisieren. Ein Ansatz, der durch Corona bestimmt nicht einfacher, jedoch auch nicht unmöglich wurde. Wir müssen offen für alle Ideen sein, denn nur so gelingt es uns, attraktiv zu bleiben – oder Mettmann attraktiver zu machen.

 

„Wie sieht es mit genossenschaftlichen Modellen aus?“

Eine hochinteressante Möglichkeit, die zwar schon seit Jahrhunderten eine etablierte Form der gemeinschaftlichen Finanzierung oder Produktion darstellt, aber leider in vielen Köpfen für die Umsetzung von kleineren Projekten nicht als Erstes präsent ist. Dabei sind Genossenschaften urdemokratisch, absolut rechtssicher durch maximale Kontrolle der übergeordneten Prüfungsverbände und erwirtschaften meistens noch Erträge für die Anteilseigner bzw. Genossenschaftsmitglieder. Gute Beispiele, bei denen eine Kommune unterstützend wirken und auch Anteilseigner sein kann, sind Wohnungsbau-, Energie-, Senioren- und Sozialgenossenschaften.


Bürgerstiftung für Mettmann

Vieler Orts wird von einer Abwärtsspirale gesprochen: Wenn wir als Kommune zu wenig Geld haben, dann verlieren wir an Attraktivität. Verlieren wir an Attraktivität, sei es für unsere Bürger*innen oder für Unternehmen, dann haben wir noch weniger Geld … 

 

Aber ich bin mir sicher, dass wir in Mettmann einen gemeinschaftlichen Weg finden, um nicht in dieser Abwärtsspirale gefangen zu sein. Darauf vertraue ich. Das möchte ich mit all meiner Energie und Macht möglich machen. Zum Beispiel mit einer Bürgerstiftung, welche durch persönliches, auch finanzielles Engagement Positives für unsere Heimat bewirkt. Mit den Bürgervereinen gibt es schon tolle Vorbilder, die mit ihrem Einsatz den Stadtteil für die Bürger*innen gezielt noch lebenswerter machen.

 

Eine solche Bürgerstiftung möchte ich als Bürgermeisterin gerne gründen – und so eine Möglichkeit bieten, dass wir in Mettmann uns in einem sinnvollen Projekt gemeinsam engagieren. Ich bin mir sicher, dass ein gemeinsam ausgelobtes Projekt für eine hohe Identifikation der Bürger*innen sorgt – und eine solche Identifikation macht unser Zusammenleben reicher. Es gibt viele Möglichkeiten, für welche Projekte sich eine Bürgerstiftung engagieren könnte. Seien es Spielgeräte auf Kinderspielplätzen, Bänke im Stadtgebiet, die zum Verweilen einladen, oder Begegnungsmöglichkeiten für unsere Senioren oder zum Beispiel ein Projekt, dass der Stadtgeschichte gewidmet ist …. Oder?

 

Ich bin gespannt auf Ihre Ideen!

 

Ihre